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Ultimaker Community of 3D Printing Experts
Edel

Bogen drucken gelingt nicht

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Hallo Freunde,

 

ich war nun lange nicht hier, weils einfach für mich nichts gab....

 

Doch nun bin ich mal wieder an einem Druck, der einfach nicht gelinken will... ich habe sowas aber schon mal hier und da gesehen, das 2 Säulen sich verbinden zu einem Bogen.

 

Auch reißt der Support immer ziemlich hoch ab...

 

wie würdet ihr vorgehen und drucken?

 

Foto 09.05.18, 15 05 48.jpg

Foto 09.05.18, 15 07 49.jpg

Foto 08.05.18, 21 57 04.jpg

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Hallöchen...war auch schon sehr viele Monate nicht mehr im Forum, aber das hatte andere Gründe 🙂

Hmm aiso ich sehe jetzt nicht das Modell in 360 Grad, aber ich würde einfach mal folgendes probieren:

 

Grundsätzlich erreicht man mit Grau- und Silber-Tönen recht unproblematisch und unabhängig vom Filament-Hersteller gute bis sehr gute Ergebnisse.

 

Testversuch:

PLA / Düse 0.4mm / Drucktemperatur 200 bis 210 Grad / Schichthöhe 0.2mm / Druckgeschwindigkeit irgendwo zwischen 25 und 35mm/s / Füllung um und bei 33% / Support-Material AUS / Lüfter bis beginnend bei den abschließenden Bögen nicht über 45 %, danach linear ansteigend zu 100 % bis hin zum oberen Ende.

 

Geschwindigkeit ... Es gillt vor allem die Erschütterungen während des Druckvorgangs so gering wie möglich zu halten.

 

Materialfluss ... Schafft der Feeder Deiner Maschine bei dem empfohlenen Setting einen durchgehend konstanten Materialfluss, dann sollten die 0.2mm Schichten kaum einen optischen Unterschied zur gewöhnlichen Auflösung hergeben. Aber aufgrund der doppelt so dicken (trägeren) Materialstränge gelingen meist Überhänge wie Bögen besser, da die Masse sich an Rändern weniger stark nach oben wölbt (Warping).

 

Kühlung ... Du solltest zugegen sein während die Bögen gedruckt werden, um genau beobachten zu können wie sich Dein Material verhält. Bei deutlich sichtbarem Warping müssen die Lüfter mit maximaler Drehzahl arbeiten. Reicht das nicht aus, dann müssen Temperatur und oder Druckgeschwindigkeit gesenkt werden. Andernfalls wenn die einzelnen Schichten insgesamt spröde und ungleichmäßig erscheinen, dann muss die Kühlung gedrosselt werden.

 

Wenn die Bögen so gelingen, dann ist gewöhnlich nur wenig manuelle Nacharbeit in den Rundungen erforderlich.

Eine andere Material-Farbe oder Material eines anderen Anbieters / Herstellers kann sehr großen Einfluss auf das Endergebnis haben.

 

Zu guter Letzt.

Eine Veränderung der Retraction-Länge und des Material-Flusses könnten positiven Einfluss auf das Druckverhalten bei Überhängen haben. Alles selbstredend unter der Grundvoraussetzung eines absolut sauberen Druckkopfes.

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On 5/17/2018 at 12:21 AM, mnis said:

Hallöchen...war auch schon sehr viele Monate nicht mehr im Forum, aber das hatte andere Gründe 🙂

Hmm aiso ich sehe jetzt nicht das Modell in 360 Grad, aber ich würde einfach mal folgendes probieren:

 

Grundsätzlich erreicht man mit Grau- und Silber-Tönen recht unproblematisch und unabhängig vom Filament-Hersteller gute bis sehr gute Ergebnisse.

 

Testversuch:

PLA / Düse 0.4mm / Drucktemperatur 200 bis 210 Grad / Schichthöhe 0.2mm / Druckgeschwindigkeit irgendwo zwischen 25 und 35mm/s / Füllung um und bei 33% / Support-Material AUS / Lüfter bis beginnend bei den abschließenden Bögen nicht über 45 %, danach linear ansteigend zu 100 % bis hin zum oberen Ende.

 

Geschwindigkeit ... Es gillt vor allem die Erschütterungen während des Druckvorgangs so gering wie möglich zu halten.

 

Materialfluss ... Schafft der Feeder Deiner Maschine bei dem empfohlenen Setting einen durchgehend konstanten Materialfluss, dann sollten die 0.2mm Schichten kaum einen optischen Unterschied zur gewöhnlichen Auflösung hergeben. Aber aufgrund der doppelt so dicken (trägeren) Materialstränge gelingen meist Überhänge wie Bögen besser, da die Masse sich an Rändern weniger stark nach oben wölbt (Warping).

 

 

Ok und was für material nimmst du für den Druck? 

Manche Materialien machen einfach nicht daß was du haben möchtest.

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Hallo @Adammz Hier eine kurze Antwort auf Deine Frage 😵

Ich nehme grundsätzlich Filamente dessen Hauptbestandteil ein nachwachsender Rohstoff ist, also Biopolymere wie eben PLA. Die Hauptgründe für diese Materialien sind eine generell kaum wahrnehmbare Geruchsentwicklung während der Verarbeitung, sowie eine sehr viel geringere Toxizität gegenüber zum Beispiel ABS. Wie harmlos das gerade verwendete PLA tatsächlich ist weiß wohl kaum jemand, weil man als Anwender die Zusätze (Additive) wie Farbstoffe oder Weichmacher von PLA nicht zwingend kennt. Jedenfalls findet man auf keiner Filament-Verpackung entsprechende Hinweise bezüglich Zusatzstoffe. Mit etwas Glück findet man zwar beim jeweiligen Hersteller entsprechende Datenblätter, sofern dieser bekannt ist und man auch gewillt ist danach zu suchen.

 

Wie dem auch sei, PLA kann ich problemlos mit einem leisen Drucker direkt im Wohnzimmer verarbeiten. 

Und von daher sag ich jetzt mal das jede neue Rolle Material zunächst ein Überraschungs-Ei ist, und selbst scheinbar identisches Material eines Herstellers benötigt hier und da weitere Anpassungen.

 

Von daher möchte ich keine direkten Empfehlungen für ein bestimmtes Material geben. Weil selbst wenn ich mit irgendeinem Material gut zurecht komme, dann heißt es nicht zwangsläufig das es jeder problemlos verwenden kann. Aber wie ich bereits erwähnte, so lassen sich Grau- und Silber-Töne durch die Bank recht gut verarbeiten und liefern Hersteller-Übergreifend gute bis sehr gute Oberflächen / Objekte. Materialien transparent / halb-transparent, sowie Materialien mit sehr geringer Farbintensität können ebenfalls gut verarbeitet werden und funktionieren bei Objekten mit Überhängen oft recht ansprechend. Materialien mit intensiven Farbtönen erfordern die meiste Sorgfalt bei Anpassungen der Einstellungen. Hier ist Hersteller-Übergreifend von absolut unbrauchbar bis hin zu tadellos alles möglich, aber am ehesten ist hier mit schlechter Layer-Haftung auf Untergründen und ungewöhnlich starkem Warping zu rechnen.

 

Das von mir bisher verwendete Material:
Ultimaker-PLA verwendete ich anfangs als einziges Verbrauchsmaterial, aber da es preislich nicht sonderlich attraktiv war und eine Preissenkung lange Zeit nicht in Aussicht stand suchte ich stetig nach günstigeren Alternativen. Wie gut PLA von Ultimaker aktuell ist kann ich also nicht sagen, da ich bis vor kurzem nur noch alte Restbestände hatte und diese nun verbraucht sind. Ein Nachkauf kommt für mich nicht mehr in Frage.
...Ich kenne Ultimaker-Material als sehr starres und leicht brüchiges Filament mit verhältnismäßig geringem Warping. Gedruckte Objekte sind von daher sehr stabil und wenig flexibel. Eine Nachbearbeitung ist recht aufwändig aber in der Regel kaum erforderlich und Oberflächen gelingen optisch gut bis sehr gut.

 

Innofill-PLA hat meines Wissens auf lange Sicht einen eher schlechten Ruf, jedenfalls hatte ich immer mal wieder in Foren gelesen das es allgemein eher nicht der Hit ist oder war. Ich kam mit Material von Innofill eigentlich recht gut zurecht und erhielt meist brauchbare bis gute Ergebnisse.
...Ich kenne Innofill-Material als geringfügig weniger hartes Material im direkten Vergleich mit dem zuvor genannten Material, folglich gelingt eine Nachbearbeitung etwas besser. Allerdings muss hier sehr intensiv mit Support-Strukturen gearbeitet werden, da Überhänge regulär starkes Warping erhalten. Zudem neigt dieses Material dazu bereits bei Standard-Temperaturen und langsamen Druckvorgängen Verbrennungs-Rückstände zu hinterlassen, folglich sollte es mit möglichst geringen Temperaturen verarbeitet werden. Hohe Druckgeschwindigkeiten oberhalb 50mm/s lieferten meist keine ansprechenden Ergebnisse mehr.

 

MINADAX-PLA ist vielleicht nur wenigen Nutzern bekannt. Dieses Material ist seit circa zwei Jahren das Material meiner Wahl, weil der recht moderate Preis für ein Kilogramm Filament meiner Meinung nach in einem guten Verhältnis zu den damit erzielbaren Ergebnissen steht.
...Ich kenne Minadax-Material als für PLA-Verhältnisse eher weiches Material, von daher gelingt eine eventuell erforderliche Nachbearbeitung meist recht gut und die oft glänzenden Oberflächen haben regulär einen Samt-artigen Touch. Gedruckte Objekte sind weniger brüchig und trotzdem ausreichend stabil für viele Anwendungen. Gänzlich ohne Support-Strukturen kann auch mit diesem Material nicht gedruckt werden. Ich kann Minadax-Material über viele Wochen offen im Wohnraum liegen lassen, ohne negative Veränderungen während der Verarbeitung / Qualität wahrzunehmen. Zudem gefallen mir die verfügbaren Farben, die Wickel-Qualität und das erstaunlich unproblematische Verhalten während der Verarbeitung sehr.

 

Allgemein halte ich es beim Konstruieren möglichst so, dass meine Objekte kaum Überhänge erhalten. Und wenn Überhänge unvermeidbar sind, dann konstruiere ich meist auch gleich die erforderlichen Support-Strukturen selbst, denn allzu oft sind automatisch generierte Support-Strukturen unvorteilhaft platziert oder sogar unbrauchbar.

 

Multec-PLA-HT verwende ich für speziellere Dinge, wenn es zum Beispiel um komplexere Objekte mit großen Überhängen und hoher Präzision geht.
...Ich kenne Multec-PLA-HT als flexibles und zugleich sehr zähes Material, welches neben der Temperatur-Beständigkeit bis 90 Grad tatsächlich ähnliche Eigenschaften wie ABS besitzt. Fertige Objekte erhalten eine sich samtig anfühlende aber nicht glänzende Oberfläche, die selbst bei 0.2mm Layer-Höhe extrem gleichmäßig erscheint. Dieses Material besticht außerdem dadurch das eine Nachbearbeitung kaum erforderlich, und wenn doch sehr leicht zu bewerkstelligen ist. Überhänge haben hier eine grundsätzlich hohe Qualität, erfordern folglich wenig bis keine Support-Strukturen und eignen sich ebenfalls sehr gut für komplexe Objekte der Kunst. Das Material ist zudem ausgewiesen als Lebensmittelecht, eignet sich somit auch für Geschirr wie Tassen, Becher, Schalen oder Bestek. Aber auch diese Medalie hat eine eher unliebsame Kehrseite. Denn dieses Material muss wegen schlechter Haftung auf nahezu allen Untergründen entweder auf blauem Maler-Krepp, dem so genannten BlueTape von 3M, oder auf einer ersten Lage aus gewöhnlichem PLA im Verbund gedruckt werden. Auch ist eine Verarbeitung mit Standard-Temperaturen nicht empfehlenswert, da auch hier geringe Verbrennungs-Rückstände entstehen können. Das Material sollte mit möglichst langsam mit geringer Temperatur und sehr niedriger Lüfter-Drehzahl verarbeitet werden, damit sich die einzelnen Layer dennoch gut miteinander verbinden und eine ausreichende Stabilität bekommen.

Edited by mnis
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Vielen Dank für die tolle Übersicht, ich werde sicher mal welche davon ausprobieren, die ich noch nicht kenne. Bei mir geht es meistens um Stabilität, also werde ich Multec mal testen.

 

Bei der Beschreibung der Eigenschaften kam mir mal wieder der Gedanke, dass man die Druckunterlagen eigentlich auf das jeweilige Filament optimieren sollte, also das Druckbett jeweils wechseln. Nicht nur wegen der Haftung, sondern man will manchmal glatte, manchmal samtige Oberflächen.

 

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So weit ich mich durchgelesen habe, und auch meine eigene Erfahrung sagt es mir: Es gibt bis Dato keinen universellen Untergrund der alle Erwartungen erfüllt. So ist immer etwas Tüftelei angesagt wenn neues Material verwendet wird. Und oft ist es denn doch zweitrangig welche Oberfläche man mit welchem Untergrund erzielen kann. Optimale Settings, und natürlich einen passenden Untergrund für eine gute Material-Haftung zu finden beschäftigt so sehr, dass richtig Freude aufkommt wenn mal keine oder eher unauffällige Verzerrungen nach langer Druckzeit am Objekt wahrzunehmen sind.

 

Bei der gewünschten Stabilität ist die Auswahl eines passenden Materials die eine Sache. Aber aufgrund des FFF- / FDM-Druckverfahrens der meisten heimischen Drucker gilt es immer zu bedenken das Objekte niemals in allen Dimensionen gleichermaßen stabil sein werden. So muss ein gewünschtes Objekt bereits während der Konstruktion auf dieses Druckverfahren hin möglichst gut optimiert werden. Und dann wählt man möglichst optimal zum verwendeten Material passende Settings im Slicer für eine gute Stabilität des Objekts. Zu guter Letzt ist oft die Ausrichtung des zu druckenden Objekts entscheidend dafür wie gut es später belastbar sein wird.

 

Kurzum, die Wahl des Ausgangs-Materials ist auch hier nur die halbe Miete. Layer für Layer werden übereinander und nebeneinander gelegt, oder besser möglichst gut miteinander verschmolzen, so ist hier immer mit Bruchgefahr bei Fehlbelastung zu rechnen.

 

Möglichst niedrige Druck-Temperaturen sind meist unabdingbar wenn es um die gewünschte optische Qualität eines Objekts geht, damit einhergehend reduziert sich aber die mechanische Belastbarkeit. Und möglichst schnell soll der eigentliche Druckvorgang für die meisten Anwender von statten gehen, weil man hat ja keine Zeit und die Maschine macht es ja auch in der Regel problemlos mit, aber auch hier geht die mechanische Belastbarkeit in Richtung Null.

 

Kurzum...Wenn passend zum Material Druck-Geschwindigkeit und Druck-Temperatur nicht miteinander harmonisieren, dann kommt am Ende mit hoher Gewissheit Grütze dabei heraus 🙂

Da gibt es stets vieles zu bedenken.

Edited by mnis

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4 hours ago, mnis said:

So weit ich mich durchgelesen habe, und auch meine eigene Erfahrung sagt es mir: Es gibt bis Dato keinen universellen Untergrund der alle Erwartungen erfüllt. So ist immer etwas Tüftelei angesagt wenn neues Material verwendet wird. Und oft ist es denn doch zweitrangig welche Oberfläche man mit welchem Untergrund erzielen kann. Optimale Settings, und natürlich einen passenden Untergrund für eine gute Material-Haftung zu finden beschäftigt so sehr, dass richtig Freude aufkommt wenn mal keine oder eher unauffällige Verzerrungen nach langer Druckzeit am Objekt wahrzunehmen sind.

 

Eigene Erfahrung ist wahrscheinlich besser als vieles was man so lesen kann. Internet ist voll mit blablabla aber das ist eine andere Geschichte. 

Was ich bei den Druckern so gesehen habe ist recht hart, was soviel heißt es bricht gern. 

 

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Jepp, aber PLA ist nicht gleich PLA, selbst da gibt es gewaltige Unterschiede in Härte und Brüchigkeit sowohl vor dem Druck am Filament und nach dem Druck am fertigen Objekt.

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