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Christoph13524

Druckbett-Stabilisierung, E3D V6, BondTech, größere Achsen und Platinenfräse am UMO+

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Hallo,

 

ich habe an meinem UMO+ einige große (und kleine) Verbesserungen durchgeführt, die ich mit euch teilen möchte.

Das Ziel war es stets, ein verbessertes Druckergebnis zu erzielen und weniger, unnötige Schönheiten zu verbauen.

 

Hier liste ich alle Upgrades auf:

 

1. E3D V6 Düse

Quasi ein Muss: Düsenupgrade auf die E3D V6. Verbesserung der Druckqualität, austauschbare Düsen und Temperaturen bis 400 °C. Genauso ein Muss ist der Einsatz von zwei Lüftern für die gleichmäßige und starke Kühlung der Druckteile. Meine beiden Lüfter sind 40x40 mm groß.

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2. BondTech QR Extruder

Der originale Extruder hat mir eigentlich nie Probleme gemacht, trotzdem schadet es auf keinen Fall auf den BondTech QR zu wechseln. Die Druckwände werden glatter/gleichmäßiger und das nervige Wechseln des Filaments am original Extruder funktioniert nun ganz simpel. Nachteil: Sehr teuer.

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3. 8 mm Achsen

Die beiden mittig über Kreuz angeordneten Achsen sind standardmäßig nur 6 mm im Durchmesser. Dadurch konnte man mit der Hand den Druckkopf deutlich rauf und runter bewegen. Da ich mehr Stabilität (vor Allem für den Platinenfräs-Aufsatz) wollte, wandte ich diese Verbesserung an. Jedoch mussten natürlich die XY-Blöcke und der ganze Druckkopf neu gestaltet werden. Vorhandene XY-Blöcke auf thingiverse.com hab ich auf 8 mm Bohrungen ausgelegt und der Druckkopf ist eine Eigenkreation. Es müssen natürlich auch neue 8 mm Linearlager gekauft werden.

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4. Fixteil

(Das ist der fixe Teil, wo man entweder den Düsenaufsatz der E3D V6 oder den Aufsatz für die Dremel als Platinenfräse drauf montieren kann.) Ziel bei Druckteilen war es immer, keine Gewinde in diese zu machen, sondern Durchgangslöcher für Schraube + Mutter. Denn ich bin kein Fan von Gewinde in Plastik, weil diese kaputt gehen und keine Kräfte aushalten. Alle Druckteile sind in PETG gedruckt worden.

Der Druckkopf ist sehr stabil und kompakt gestaltet worden. Er besitzt 4 Löcher, wo verschiedene Aufsätze (Düse, Dremel, Laser, ...) angeschraubt werden können. Auch mit Aufsatz alles bombenfest.

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5. Druckbett-Stabilisierung

Die mit Abstand aufwendigste Verbesserung ist die Druckbett-Stabilisierung. Warum diese notwendig ist: Druckobjekte, die weit vorne am Druckbett liegen, können wackeln, wenn die Düse druckt (schon bei normal-schnellen Geschwindigkeiten). Diese starken Vibrationen sind im Nachhinein sichtbar und können im Extremfall während dem Druck die Glasplatte verschieben, weil die Düse ständig am Objekt vibriert und leicht hängen bleiben kann. Außerdem wollte ich einfach mehr Stabilität bezüglich der Platinenfräse, da es hier auf wenige Mikrometer ankommt.

Lösung: Zuerst habe ich überlegt, ob ich auch vorne 12 mm dicke Z-Achsen (wie hinten), zusammen mit einem 2. Trapezgewindespindel anbringen soll. Die 12 mm Achsen würden aber das Druckbett zu stark verkleinern, sodass ich mich nur für ein 2. Trapezgewindespindel entschieden habe. Jetzt war nur noch die Frage ob Verbindung mit Riemen oder ein zweiter Z-Schrittmotor. Da aber ein 2. Schrittmotor nochmals Strom saugt und eigentlich nicht nötig ist, wurde ein Riemen verbaut.

Das Druckbett ist nun extrem stabil und wackelt kein bisschen mehr. Absolut empfehlenswert!

Aufwand: Löcher in Aluminium-Druckbettplatte bohren, einige Teile im Internet kaufen und paar Löcher im Holzboden des Druckers bohren. Das Druckbett/Heizbett bzw. die Glasplatte muss nämlich nach hinten gesetzt werden.

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6. Platinenfräse

Ich wollte Platinen selber herstellen. Wozu mit "gefährlichen" und teueren Substanzen arbeiten, wenn man einen 3D-Drucker hat? ':D

Einfach den Aufsatz für die E3D V6 Düse abschrauben und den Aufsatz für die biegsame Welle der Dremel anschrauben. Man braucht dafür keine 3 Minuten.

Alle Kabel, die zum Druckkopf führen (Lüfter, Heizelement und Temperatursensor) wurden mit einem Steckverbinder ausgestattet (Lötarbeit).

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7. Schrittmotor-Kühlung

Wer kennt's nicht? Seine Schrittmotoren sind zu heiß. Gefährlich? Wird was kaputt? --> Nein. Aber verbrennen will man sich nicht und die Temperatur senkt man auch locker um 20 °C. Einfach an alle 4 Schrittmotoren 2-3 40x40x10 mm große Kühlkörper mit einer Wärmeleitpaste/Wärmeleitkleber ankleben.

 

8. Elektronik-Kühlung

Einfach Holzabdeckung abschrauben und eigene Abdeckung mit 2 Lüftern drauf. Der Holzboden des 3D-Druckers auf der Oberseite wurde bei mir während dem Druck schon relativ warm. Und das sogar ohne Berührung der Hauptplatine an den Holzboden. Nach der Verbesserung wurde der Holzboden kaum mehr warm. Der Drucker hat Standfüße bekommen, weil sonst die Lüfter am Boden ankommen.

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9. LED-Beleuchtung

Das ist eher eine Spielerei und keine Verbesserung. Trotzdem, wenn man am Abend druckt, sieht man in meinem Raum die Druckobjekte sehr schlecht. Die LED-Beleuchtung sieht sehr schick aus, ist an der Hauptplatine angeschlossen und dadurch PWW-gesteuert.

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10. Beschleunigungswerte reduziert

Ich habe die XY Werte von 4000 auf 1600 reduziert und den Jerk auf 12 gestellt --> keine "Wellen" in den Wänden mehr! 

 

11. End-Caps

Die original Holz-End-Caps wurden mit einstellbaren Caps von thingiverse.com getauscht.

 

 

Resümee: Das Druckbett wurde 2 cm in alle Richtungen kleiner (185x185x185), was ich für diese großen Verbesserung verkraften kann. Ein End-Stop-Schalter muss auch ein bisschen versetzt werden.

 

Die aufgelisteten Upgrades bringen den UMO+ auf ein ganz neues Level. Durch austauschbare Aufsätze, die man in in wenigen Minuten austauschen kann, erschafft man neue Möglichkeiten. Ich denke in naher Zukunft an Dual-Druckkopf oder zum Beispiel wie bereits oben genannt eine Laser-Diode.

Die Druckqualität ist nun einfach perfekt. Der Drucker bzw. das Druckbett ist durch die 8 mm Achsen extrem stabil geworden.

Edited by Christoph13524
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Hallo Christoph!

Danke herzlich für Deinen Bericht.

4 Fragen:

- Wie geht das Drucken von PLA mit der E3D-Düse? Problemlos?

- Hast Du die Vorlagen für die gedruckten Teile?

- Welche Änderungen an der Firmware des UMO+ muss vorgenommen werden, damit die E3D läuft?

- Mit welchem Material hast Du die Lüfterhalter gedruckt?

 

Danke herzlich für Deine Antworten.

Peter

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